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  Interview im Sommer Dachsteiner 2011

Herzlichen Dank an Monika Klee vom Tourismusverband Ramsau am Dachstein. Der Artikel ist aus dem Sommer Dachsteiner 2011.

Axel de Roche und Martin Gruber

Regisseur Axel de Roche und Martin Gruber - © Thomas R. Schumann

Martin Gruber spielt als Andreas Marthaler die Hauptrolle in "Die Bergwacht". Der sympathische Münchner spricht im Interview mit "Der Dachsteiner" über Glück bei der Rollenvergabe, Schrecksekunden bei den Dreharbeiten, Liebe auf den ersten Blick und warum es ein Nachteil ist, in Ramsau am Dachstein zu arbeiten, während andere hier Urlaub machen.

Martin, du bist nun schon den dritten Sommer für Dreharbeiten in Ramsau am Dachstein. Bei der langen Produktionszeit ist hier nun neben München dein zweiter Hauptwohnort. Wie gefällt es dir bei uns?

Wunderbar! Mir wurde letzten Sommer klar, dass ich arbeiten darf, wo andere Urlaub machen. Das ist wirklich ein wunderschöner Ort, der seinesgleichen sucht. Wirklich! Die ganze Region und die vielen herzlichen Menschen, ich fühl mich hier sehr wohl! Es ist zwar ein Vorteil, in einer Urlaubsregion zu arbeiten, aber auch ein Nachteil: Wenn ich morgens zu meinem Arbeitsplatz gehe und mir da am Wanderweg immer wieder Menschen begegnen, weiß ich: Ihr könnt heute die Sonne genießen, das Wetter, die Umgebung, in der Hütte ein leckere Buttermilch schlürfen.... und ich muss 8 bis 10 Stunden drehen (lacht). Aber lieber arbeite ich hier in der freien Natur, als in einem Studio. Daher: Ja, ich arbeite wirklich gerne hier. Ramsau am Dachstein und die gesamte Region ist der schönste Arbeitsplatz meiner bisherigen Karriere.

Du klingst ehrlich begeistert?

Ja, das bin ich! Es ist eine traumhafte schöne Gegend und die Arbeit wird hier schon fest zur Erholung für mich.

Selbst bei Regenwetter?

Selbst dann ist es hier noch schöner, als in einer grauen Großstadt. Regenwettertechnisch muss sich die Ramsau nur London geschlagen geben. Da macht mir der Regen noch weniger aus. Aber ansonsten, (überlegt) nein, fällt mir bei Regen kein schönerer Ort ein.

Viele deiner Fans wissen, dass Klettern schon lange deine Leidenschaft war. Ist die Rolle des Andreas Marthaler da deine Traumrolle?

Das war bzw. ist genau das richtige für mich. Ich wollte nach der langen Zeit als "Felix" (Anm.: in der Serie "Sturm der Liebe") etwas mehr Action und weniger Intrigen. Über zu wenig Action kann ich mich nun wirklich nicht beklagen. Die Rolle sagt mir auch körperlich total zu. Ich hatte großes Glück, das mir der "Andreas Marthaler" angeboten wurde und dann auch die Zusage kam. Und ich freue mich schon jetzt riesig auf die bevorstehende Drehzeit.

Du musstest dich für diese Rolle wahrscheinlich besonders vorbereiten, oder?

Also die Basics brachte ich grundsätzlich mit. Klettern und Klettersteiggehen konnte ich schon. Der erste Tag in der Ramsau war wunderschön. Ich kam bei strahlendem Sonnenschein an, dann begrüßte mich Heri Eisl (Anm.: Obmann der Bergrettung Ramsau) und er nahm mich dann unter seine Fittiche. Wir durchstiegen gleich den Hias-Klettersteig im Silberkar. Am nächsten Tag nahm er mich mit auf den Hohen Dachstein und beim Dirndl probierten wir, wie es sich anfühlt, am Tau über einer senkrecht abfallenden Wand zu hängen. Beeindruckend!

Heri war also dein Trainer?

Ja quasi. Ich wurde mit seiner Hilfe am Berg sicherer, er hat mir zusätzlich Vertrauen gegeben. Nicht nur ich, sondern wir alle durften von Heri und all seiner Kollegen der Bergrettung, die auch erfahrene Bergführer sind, vieles lernen, die Fachausdrücke zum Beispiel. Die Redewendungen bei einer Rettung im Fels wusste ich natürlich nicht. Und Abends haben wir noch einige Klettereinheiten in der Halle unternommen. Denn da oben müssen die Handgriffe einfach sitzen. Man darf nicht vergessen, dass wir uns in hochalpinem Gelände bewegen. Vor Steinschlag bist du da nie gefeit. Aber die Jungs der Bergrettung machen einen tollen Job, das muss man klar sagen. Die sind zu 150 Prozent aufmerksam und haben ihre Augen überall. So können wir Schauspieler uns auf unseren Text konzentrieren und die Emotionen richtig spielen, weil wir nicht ständig an die Gefahr denken müssen. Dieses Sicherheitspolster verdanken wir der richtigen Bergrettung Ramsau.

Gab es dennoch eine gefährliche Situation?

Ja, einmal. Wir drehten bei einem 3 x 3 Meter Felsen, der in einer Wiese lag, einige Naheinstellungen. Harmlos! Und plötzlich bricht aus diesem Felsen ein 20 x 30 cm Brocken ab und schlägt knapp neben einem Kollegen am Boden ein. Das hätte auch anders ausgehen können und passierte genau in dem Moment, als es keiner erwartet hat.

Welches war die beeindruckendste Szene für dich?

Ein ganz besonderes Erlebnis war, als ich von der Talstation der Gletscherbahn vom Helikopter ans Seil genommen wurde und auf den Dachstein flog. Die Szene wurde aus einem zweiten Hubschrauber gefilmt. Da 40 Meter unter dem Heli zu fliegen, an der Südwand vorbei, über den Gletscher, bei Sturm und Wind, das vergisst du dein Leben lang nie. Das war ein einmaliges Gefühl. Da bekomm ich jetzt noch Gänsehaut.

Vielen Zusehern in Deutschland und Österreich bist du schon aus deiner jahrelangen Rolle als Felix in "Sturm der Liebe" bekannt. Wirst du nun oft angesprochen auf Andreas Marthaler?

Ja, das ist immer ganz lustig. Sie verbinden diese Rolle noch mir mir, kennen aber auch die neue. Da werde ich dann angesprochen mit "Sie sind jetzt nicht mehr der Felix, Sie sind jetzt der Bergretter, nicht wahr" oder letztens eine Dame "Was tun sie denn hier, müssen Sie nicht in den Bergen Leben retten?" Daraufhin antwortet ich: "Ja, im Sommer".

Sollte nach der dritten Staffel Schluss sein, was wir wirklich nicht hoffen, werden wir dich trotzdem manchmal privat in der Dachsteingemeinde sehen?

Aber natürlich. Auch jetzt bin ich zwischendurch immer wieder mal kurz in der Ramsau gewesen. Das ist einfach eine Gegend, für die ich mich begeistern kann. Es gibt Drehorte, da bist du gerne und dann gibt's auch solche, da beißt du auch schon mal die Zähne zusammen. In Vorbereitung auf dieses Interview hab ich überlegt, was es Negatives zu sagen gäbe. Aber es gibt nichts! Ich kann nur enthusiastisch und ganz ehrlich sagen: Ramsau am Dachstein - das war Liebe auf den ersten Blick! Und ich kann schon jetzt versichern, ich bleibe dem Dachstein auch in Zukunft erhalten.

Martin, Heinz Marecek und Stephanie Stumph
Heinz Marecek, Martin Gruber und Stephanie Stumph - © Kathrin Fuhrmann

 

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