Wie war es, nach „Sturm der Liebe“, sich
auf eine neue Rolle einzustellen?
In jedem Fall eine gesunde Herausforderung, weil mir "Felix"
im Laufe der letzten drei Jahre doch sehr ans Herz gewachsen
war. Aber da kamen die Voraussetzungen, die die Figur "Andreas
Marthaler" mitbringen sollte, ganz gelegen. Eine andere
Körperlichkeit, weil er ja Extremkletterer ist und kein
Bürohengst. Ein anderer Dialekt, der einen neuen Sprachrhythmus
mit sich bringt und natürlich auch die andere Welt in
der sich der neue Charakter bewegt. Alles in allem, glückliche
Umstände, um mich von " Felix" ein wenig lösen
zu können. Der " Kern" Martin bleibt natürlich
der Gleiche, weshalb immer gewisse Parallelen bestehen bleiben
werden.
Wie kamst Du zur Rolle in der Bergwacht?
Drei Wochen vor meinem Ausstieg bei SDL
bekam ich einen Anruf von meiner Agentur. Eine Anfrage für
ein Casting in Berlin. Also flog ich an einem drehfreien Samstag
in die Hauptstadt und traf dort beim Casting dann auch zum
ersten Mal den Regisseur Axel de Roche. Ein paar Stunden später
saß ich wieder im Flieger zurück nach München.
Am folgenden Montag kam die Nachricht, dass es noch einen
Re-call geben würde. Selbe Welle selbe Stelle, diesmal
nur mit anderen Partnern. Eine Woche später gab es dann
die Zusage und damit die Aussicht auf eine richtig spannende
Zeit..
Was hat dich an dieser Rolle
gereizt?
Andreas Marthaler sollte einerseits ein waghalsiger
Draufgänger sein, der mit den Achttausendern dieser Welt
auf Du und Du ist, also ein Einzelkämpfer, wortkarg und
versiert. Und auf der anderen Seite sollte er einfühlsam
und verständnisvoll sein, ein Teamplayer, der für
seinen verstorbenen Freund in die Bresche springt.
Wie hast Du Dich auf die Rolle vorbereitet?
Tja, da gab es schweißtreibende Stunden...;-)
Viel Joggen, Mountainbiken, auf Powerplates, Crosstrainer,
in der Kletterhalle, am Berg, mit und ohne Hanteln....Aber
noch viel schwerer war da die Sache mit der Ernährung.
Grundsätzlich ernähre ich mich gesund, aber ich
esse einfach gerne viel und sehr gerne alles was mit Schokolade
zu tun hat. Und genau davon musste ich mich verabschieden.
Wie bist Du privat zum Klettern gekommen
und seit wann machst Du das? Woher hast Du diese "Leidenschaft"
?
Mitte der Neunziger Jahre war ich am Theater
und musste für eine Vorstellung eine Burgmauer erklimmen.
Da kam ich das erste Mal mit "Stein" in Berührung.
Damit bei der Vorstellung auch alles gut geht, habe ich in
einer Halle ein wenig trainiert und dabei Blut geleckt. Seitdem
ist es eine Leidenschaft geworden, der ich in den letzten
5 Jahren leider nur nachkommen konnte. Um so größer
war die Freude, als ich von "Marthalers" Profession
erfuhr.
Kletterst Du privat in der
Halle oder auch am Fels in der Natur?
Je nachdem was die Zeit zulässt. Für
ein kurzes Vergnügen ist die Halle praktischer, aber
das echte Klettergefühl, das "Einssein" mit
der Natur, gibt's nur direkt am Felsen.
Welche war die schönste,
und welche war die gefährlichste Situation beim Dreh?
‚Two in one’ heißt es beim Shampoo
- trifft in diesem Fall aber auch zu: Es gibt eine Szene in
der ich mit meinem Kollegen Stefan Murr, der den besten Freund
von Andreas spielt, am Rand eines Felsplateaus sitze und wir
unsere Beine über dem Abgrund baumeln lassen, unter uns
2650 Meter Abgrund. Das hat für eine Menge Adrenalin
gesorgt. Aber der Ausblick und die Stille waren wie ein Kurzurlaub
für die Seele.
Könntest Du dir vorstellen,
diesen Job auch im "echten" Leben zu machen?
Ich bin der Meinung, um diesen Job zu 100%
ausüben zu können, muss man in den Bergen großgeworden
sein. Die Technik, das Training, die Menschenkenntnis, das
alles kann man vielleicht im Laufe der Jahre erlernen, aber
die Unberechenbarkeit der Natur, der Berge, das spezielle
Wetter in den Bergen, die Erfahrungen, muss man mit der Muttermilch
aufsaugen, muss man von klein auf live miterleben, um den
Herausforderungen gewachsen zu sein.
Wie war das - wieder zwischen
zwei Frauen zu stehen? Zumindest scheint der Trailer ja so
was anzudeuten?
Naja diesmal waren die beiden zumindest keine
Schwestern....;-) Das hat das Ganze schon mal viel einfacher
gemacht. Aber so ganz ist es ja auch nicht der Fall. Sarah
ist seine Freundin, und Emilie sein schlechtes Gewissen, wegen
seines verstorbenen Freundes. Ob sich da in Zukunft etwas
zwischen den beiden anbahnt, darf ich natürlich nicht
verraten :-)
Dialekt oder Hochdeutsch?
Was wird im Hause Gruber zuhause gesprochen?
Was gerade so aus dem Mund fällt....
;-)
Vielen herzlichen Dank Martin, dass Du Dir die Zeit genommen
hast, uns die Fragen zu beantworten. |