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  Alarm für Ramsau 112

"Es war eine brutale Schlepperei", stöhnt Axel de Roche. Auch kurz vor Ausstrahlung der neuen ZDF-Serie "Die Bergwacht", bei der der Regisseur sein Drehteam in zerklüftete Steilwände von 2.500 Meter Seehöhe jagen musste, ist ihm die Anstrengung noch immer ins Gesicht geschrieben. "Das Problem der Berge ist ja, dass man immer hinauf muss", scherzt er rückblickend etwas gequält über die logistischen Probleme beim Hochgebirgsdreh. In Zusammenarbeit mit der auf Flugaufnahmen spezialisierten Firma Helli Ventures sowie tatkräftig unterstützt von der Bergrettung in Ramsau am Dachstein und einem Heer an schwindelfreien Stuntmännern, fingen die Filmemacher wirklich außergewöhnlich spektakuläre Actionaufnahmen ein, die der neuen Donnerstagsserie, die am 26.11., 20.15 Uhr, startet, zugutekommen.

Als Zugeständnis an das ZDF-Publikum (und an das Produktionskostenbudget) wurde die atemberaubende Kletterhandlung der Serie allerdings mit der üblichen zuckrigen Mischung alpenländischen Gefühlstheaters abgeschmeckt. Kein Wunder, die Produktionsmannschaft hat sich bei der ZDF-Serie "Der Bergdoktor" mit genau diesem Rezept verdient gemacht.

"Am Dachstein zu drehen war eine Extremerfahrung für das ganze Team", berichtet Produzent Matthias Walther von den Dreharbeiten in der Gletscher- und Felsregion, die von der UNESCO zum Welterbe gezählt wird. "Axel de Roche ist beim Filmen zehn Jahre jünger geworden", scherzt er. "Ich habe ihn am Schluss der Dreharbeiten gar nicht wiedererkannt." Tatsächlich hat der Regisseur, der für das ZDF auch viele "Bergdoktor"-Folgen gedreht hat und als gebürtiger Berliner die Müggelberge bislang für gewaltige Erhebungen hielt, seinen Frieden mit den Alpendrehs gemacht. "In den Bergen zu drehen erfordert eine Menge Geduld", weiß de Roche. Immer wieder machten ihm beim Filmen für "Die Bergwacht" schlechte Wetterbedingungen einen Strich durch die Rechnung.

Während die Schauwerte der neuen Serie sehr vielversprechend wirken, wird doch eine ziemlich bekannte Geschichte noch einmal aufgedröselt: Hauptdarsteller der neuen Hauptabendreihe, von der zunächst vier Folgen im ZDF eingeplant sind, ist ein junger Heißsporn, der Extremkletterer Andreas (Martin Gruber, "Sturm der Liebe"). Eigentlich wollte der das enge Tal verlassen, um in Amerika eine neue Zukunft anzutreten. Davon ist wenigstens seine Freundin Sarah (Stephanie Stumph) überzeugt.

Doch wie so häufig kommt es anders - wie in der ersten Folge gezeigt wird. Andreas möchte zum Abschied noch eine letzte Tour mit seinem Jugendfreund Stefan (Stefan Murr) absolvieren, der Bergwachtler in Ramsau ist. Doch Stefan stürzt ab und stirbt. Noch vor Eintreffen des Rettungshubschraubers nimmt der Sterbende seinem Freund ein Versprechen ab: Andreas soll sich um seine eben erst frisch vermählte Gattin Emilie (Stefanie von Poser) sowie deren Kinder und Hof kümmern. Im großen Gewissenskonflikt entscheidet sich Andreas - natürlich - für das Richtige und übernimmt den gefährlichen Posten bei der Bergwacht.

"Verantwortung zu übernehmen - das ist die Moral der Berge", erklärt Klaus Bassiner, der als ZDF-Hauptredaktionsleiter für die neue Serie zuständig ist. Für ihn ist "Die Bergwacht" zwar eine Weiterentwicklung des "Bergdoktors". "Wir haben mit den ehrlichen, unverbogenen Formaten, die in großartiger Natur spielen, immer großen Erfolg gehabt", sagt er. Allerdings hat die neue Serie einen neuen, etwas herberen Charakter. "Die Berwacht' ist kantiger", unterstreicht Bassiner.

Das etwas süßliche Konfliktpotenzial vom Mann zwischen zwei attraktiven Frauen walzt die neue ZDF-Serie zwar genüsslich aus, lässt aber dennoch die spektakulären Sequenzen zum Nägelknabbern nicht zu kurz kommen. "Action ist in der Serie nie Selbstzweck", bringt Dirk Rademacher, der Redakteur der Serie, die Formel auf den Punkt. "Dahinter verbirgt sich immer ein emotionales Schicksal." Bei den spektakulären Szenen hoch über den Abgründen oder im Kampf mit rauschenden Wildbächen schielt er durchaus auch auf die Konkurrenz - etwa auf den zeitgleich laufenden, traditionell äußerst rasanten RTL-Klassiker "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei". Wenigstens zwei spannende Actionsequenzen pro 45-minütige Folge möchte Rademacher garantieren. "Aber so viel Geld wie 'Cobra 11' haben wir einfach nicht", schmunzelt er.

(c) Teleschau - der Mediendienst GmbH

 

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