M a r t i n  G r u b e r - private Fanpage

::Sitemap::

   
Home Neues Vita Die Bergwacht, Die Bergretter Filmographie Interviews Medien Links Impressum Gaestebuch
© Birgitt Aurbach
 
  Starportrait und Interview (mittelbayrische Zeitung)

Martin Gruber - spielt in der neuen ZDF-Serie "Die Bergwacht" (ZDF, ab. Do., 26.11., 20.15 Uhr) sein Klettertalent aus

Schweißtreibende Meditation in der Wand

Gelernt ist gelernt: Martin Gruber, zuletzt Star der ARD-Serie "Sturm der Liebe", lässt nicht nur Frauenherzen höher schlagen, er macht auch als Kraftkerl in steilen Felswänden eine fesche Figur. Weil der 39-Jährige gut klettern kann und sich nach langem Training jetzt auch an den Schwierigkeitsgrad 6+ wagt, konnte er Axel de Roche, Regisseur der neuen ZDF-Serie "Die Bergwacht", für sich begeistern. In den zunächst vier Folgen der neuen Donnerstagsserie, die am 26.11., 20.15 Uhr, startet, lässt der blonde Münchner nicht nur seine Muskeln spielen. Mit dem Kraxeln begann Martin Gruber allerdings vergleichsweise spät: Seine Begeisterung fürs Klettern entdeckte er, als er mit Kollegen frischen Wind in eine Theateraufführung bringen wollte.

teleschau: Hut ab vor Ihrem Klettertalent. Waren Sie schon immer so unerschrocken in der Felswand?

Martin Gruber: Jetzt spielt das Klettern wieder eine sehr große Rolle in meinem Leben. Noch vor einiger Zeit hatte ich leider nicht allzu viel Zeit dafür. Seit den Dreharbeiten für "Die Bergwacht" ist meine alte Leidenschaft aber wieder voll erwacht.

teleschau: Wie kamen Sie denn zu dem kraftraubenden Hobby?

Martin Gruber: Ich hab 1995 mit dem Klettern angefangen - das ergab sich wirklich durch Zufall. Ich spielte damals in Regensburg Theater. Geplant war eine Aufführung von "Ein Sommernachtstraum". Für die Inszenierung sollten wir Schauspieler uns etwas Besonderes einfallen lassen. Wir spielten im Freien an der Stadtmauer. Plötzlich schlug ein Kollege vor: Wie wäre es, wenn wir bei unseren Dialogen einfach ein bisschen in der Wand herumturnen? Ich konnte das damals aber gar nicht - und hab mich zum Trainieren mit in die Kletterhalle abschleppen lassen. Dort hab' ich Blut geleckt.

teleschau: Eher ungewöhnlich, dass Sie so spät zum Klettern kamen. Oder sind Sie von Ihren Eltern schon als Kind in die Berge geschleift worden?

Martin Gruber: Ernsthaft mit dem Klettersport hab ich erst sehr spät angefangen. Ich war aber schon als kleiner Junge viel in den Bergen - stilecht mit dem rot-weiß-karierten Wanderhemd. Mein größtes Abenteuer erlebte ich dort aber nicht im steilen Gelände, sondern als man mich kurzerhand auf eine Kuh gesetzt hatte.

teleschau: Sie waren also schon früh ein Mann für den Nervenkitzel.

Martin Gruber: Schon von klein auf musste ich immer an meine Grenzen gehen - anfangs mehr beim Radfahren oder beim Toben, später dann eben in der Wand. Ich liebe einfach, absolut fokussiert zu sein - und den einen Punkt, auf den ich mich konzentriere, nicht aus den Augen zu lassen. Wenn man das Klettern tatsächlich einmal gut beherrscht, wird es immer mehr zur Meditation. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man die ganze Technik endlich mal außer Acht lassen kann und in luftiger Höhe alles um sich herum vergisst. Das ist wie Yoga.

teleschau: Können Sie sich denn so vertiefen, dass Sie alle Ängste in der Wand vergessen?

Martin Gruber: Absolute Übungssache! Anfangs musste ich mich wie jeder andere auch sehr überwinden. Auch heute bekomme ich noch schwitzige Hände, wenn ich lange nicht mehr geklettert bin. Man verliert einfach das souveräne Nähe-Distanz-Verhältnis. Am ersten Tag steht jeder vor dem Abgrund und sagt sich: Mein Gott, ist das tief. Am zweiten traut man sich schon näher ran. Nach zwei Wochen ist die Angst so gut wie verschwunden.

teleschau: Höhenangst ist also kein Thema mehr für Sie?

Martin Gruber: Ich arbeite daran, sie zu vergessen. Das funktioniert.

teleschau: Wie kam es eigentlich, dass man beim ZDF von Ihren Kletterkünsten erfuhr?

Martin Gruber: In meiner Schauspieler-Vita stand schon ein knapper Eintrag, was ich sportlich anzubieten habe, darunter eben auch das Klettern. Das war sicher eines der ersten Auswahlkriterien, sodass ich überhaupt zu einem Vorsprechen für die neue Serie eingeladen wurde. Für mich hat sich damit ein Traum erfüllt. Wenn mich vor zehn Jahren jemand gefragt hätte, welche Rolle ich gerne mal spielen wollte, dann hätte ich mich nie getraut, einen Bergfilm zu nennen. Und dabei war ich damals ein großer Fan von "Cliffhanger" - und ein Bewunderer von Wolfgang Güllich, der die Kletterwelt aufgemischt hatte. Kaum zwinkert man innerhalb von zehn Jahren zweimal, ist der Traum auch schon Wirklichkeit!

teleschau: Es gab aber schon ein Vorsprechen für die Serie - kein Vorklettern?

Martin Gruber: Das war ein klassisches Casting - keine Turnübung. Wie ernst das mit dem Klettern gemeint war, habe ich dann aber recht schnell erfahren. Es gibt ja viele Schauspieler, die mit ihren Fähigkeiten charmant übertreiben. Wenn ich bei meinen Kletterkünsten geschwindelt hätte, wäre ich bei dieser Rolle rasch in Schwierigkeiten geraten.

teleschau: Haben Sie denn die Herausforderungen, die das ZDF an Sie später stellte, ein wenig unterschätzt?

Martin Gruber: In den Drehbüchern, die ich zu lesen bekam, stand ganz lapidar, dass meine Figur, Andreas Marthaler, nach dem Tod des besten Freundes verzweifelt eine Wand hochklettert - völlig ungesichert, versteht sich - und oben auf einem Plateau verzweifelt zusammenbricht. Damals schon habe ich zum Regisseur gesagt, dass ich das gerne selber machen würde, weil ich auch als Zuschauer nicht gerne hinters Licht geführt werde. In den meisten Fällen wurde mir dieser Wunsch gewährt. Aber wenn man dann wirklich in der Wand 20 Meter im Seil absackt, ist das doch ein ziemlich mulmiges Gefühl.

teleschau: In der Felswand waren Sie als Schauspieler wohl viel mehr als sonst beim Drehen üblich auf sich alleine gestellt.

Martin Gruber: Beim Klettern ist natürlich niemand in der Nähe, der einem den Schweiß aus dem Gesicht tupft, wenn es mal hoch hergeht. Ich hatte immer die Taschen voll mit Papiertüchern, um selbst auszuhelfen. Die Kollegen von der Maske standen eben 200 Meter weiter unten - und beobachteten mich mit dem Fernglas. Über Funk haben die mir zugeflüstert: Puder doch mal hier links - da glänzt es noch ein wenig! Zum Glück mussten wir ja meist verschwitzt aussehen.

teleschau: Hätten Sie je geahnt, wie strapaziös die Dreharbeiten wirklich werden?

Martin Gruber: Wenn ich schamlos übertreiben würde, müsste ich sagen: Ich habe gehungert und gelebt wie ein Asket. Wenn ich ehrlich bin, habe ich lediglich meine Ernährung ein wenig umgestellt. Abends aß ich eben weniger Kohlehydrate und mehr Eiweiß, damit ich die Kilos nicht mit auf den Berg schleppen musste. Ich wollte einfach eine sehnigere Erscheinung werden, damit ich auch glaubwürdig in der Wand wirke.

teleschau: Klingt nach vielen Überstunden im Fitnessstudio ...

Martin Gruber: Wenn man aber kein Profisportler ist, schafft man es gar nicht, den echten Klettercracks körperlich Paroli zu bieten. Zum Glück gibt es auch die Kamera, die ein wenig dazu beiträgt, dass man am Berg vernünftig aussieht. Es gibt ja immer Aufnahmeperspektiven, die ein wenig dramatischer wirken, als es in Wirklichkeit war. Ich habe aber wirklich viel trainiert. Nach dem Drehen war ich jeden Abend noch einmal mindestens eine Stunde lang im Kraftstudio. Das waren sehr disziplinierte Drehwochen.

teleschau: Können Sie denn auch gut Ski fahren? Gibt es schon Pläne für künftige Winterepisoden?

Martin Gruber: Die könnte ich mir durchaus vorstellen. Ob es dazu kommt, ist aber eine Frage der Logistik beim Drehen. Schon jetzt lagen zum Ende 20 Zentimeter Neuschnee am Set, was das Arbeiten ziemlich schwierig machte. Es kann aber schon sein, dass es auch einmal ein Spezial "Bergwacht an Weihnachten" geben wird.

teleschau: Um Ihren Hausschlüssel müssen Sie sich jetzt wohl keine Gedanken mehr machen ... - Steigen Sie einfach über die Fassade ein, wenn Sie ihn mal wieder vergessen haben?

Martin Gruber: Ich habe immer einen Hüftgurt und 90 Meter Seil im Auto liegen. Also kann mir überhaupt nichts passieren.

Quelle: Mittelbayrische

zurück zu Interviews

 

 

Birgitt Aurbach 2009-2011, all rights reserved :.: online seit 14.10.2009 :.: last update: 26.10.11 - nach oben