Hauptdarsteller Martin Gruber über seine neue Rolle
In der neuen ZDF-Serie "Die Bergwacht" spielt Martin Gruber den Extremkletterer Andreas Marthaler. Bereits seit 1995 ist der aus "Sturm der Liebe" bekannte Schauspieler begeisterter Kletterer. Durch seine neue Hauptrolle konnte er Beruf und Hobby perfekt verbinden. Über das Klettern, die Dreharbeiten in den Bergen und das Leben als Fernsehstar spricht Gruber im Interview mit dem ZDF.
ZDF: Seit wann ist Bergklettern Ihr Hobby?
Martin Gruber: Ich klettere seit 1995. Aber ab 2002 hatte ich leider nicht mehr so viel Zeit, weil ich beruflich sehr eingespannt war. Jetzt, durch "Die Bergwacht", habe ich wieder intensiv damit angefangen. Hobby und Beruf sind eins geworden. Gerade habe ich mir eine schöne Kletterroute herausgesucht.
ZDF: In welchen Leistungsgrad kann man Sie einstufen?
Gruber: Jetzt, da ich ein bisserl älter geworden bin, würde ich sagen 6 bis 6+.
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„Hobby und Beruf sind eins geworden.“
Martin Gruber
ZDF: Ist Klettern körperlich sehr anstrengend?
Gruber: Auf jeden Fall, man belastet Muskeln, Sehnen und Knochen stark. Vor allem die Muskeln in den Unterarmen, den Fingern und Händen. Körperspannung spielt eine große Rolle. Wenn man anspruchsvoll klettern will, muss man schon eine gewisse Grundfitness mitbringen.
Ansonsten glaube ich, dass uns das Klettern irgendwie im Blut liegt. Jeder ist doch als kleiner Junge beziehungsweise kleines Mädchen schon mal auf Bäume geklettert, oder? Kurz gesagt, Klettern ist für jeden geeignet. Man verlernt es nur, je älter man wird. Außerdem steigt mit dem Alter die Höhenangst - übrigens auch durch das ständige Sitzen vor dem Computer. Das hat etwas mit Distanzverhältnissen zu tun.
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„Es ist schon etwas anderes, ob man als Hobby sportlich klettert, oder ob man auf ein "Go" wartet, geschminkt im Seil hängt und versucht, nicht zu schwitzen, obwohl es gerade relativ schweiß-
treibend ist. “
Martin Gruber
ZDF: Gab es mal eine solche Höhenangst-Situation während des Drehs?
Gruber: Nein. Wenn man einen guten Kletterpartner hat, dem man 100 Prozent vertraut, dann passt das. Höhe ist ja relativ: Ob ich aus zehn Metern auf Fels aufschlage oder aus 100 Metern, die Folgen sind beide gleichermaßen dramatisch. Wir hatten beim Drehen ein ganz tolles Team der Bergrettung Ramsau dabei, das uns gesichert hat. Grundsätzlich muss man Vertrauen ins Material haben. Wenn nicht, sollte man vielleicht lieber Badminton oder Volleyball spielen.
ZDF: Stand Ihnen zur Vorbereitung ein Trainer von der Bergrettung zur Seite?
Gruber: Ich war vorher einige Male beim Klettern mit Heribert Eisl, dem Ortsgruppenleiter der Bergrettung Ramsau. Der hat mir das Gef ühl vermittelt, dass ich mir überhaupt keine Sorgen machen muss. Ich konnte mich absolut sicher in seine Hände und in die seiner Mannschaft begeben. Sie haben beim Drehen immer darauf geachtet, dass jeder gut gesichert ist und auch wirklich alle Gurte festgezurrt sind.
Im Laufe der Zeit wurden wir eine eingeschworene Gemeinde. Es hat dem ganzen Team ein gutes Gefühl gegeben, dass wir diese tolle Produktion sicher über die Bühne bringen. Man muss das Arbeiten unter solch extremen Bedingungen immer auch mit großem Respekt betrachten. Es kann ganz schnell etwas passieren.
ZDF: Was war die größte Herausforderung?
Gruber: Auf jeden Fall die körperliche Belastung, obwohl ich mir immer sage, wenn etwas Spaß macht, dann kann man auch über seine Grenzen hinausgehen. Ich hing ja bis zu sieben Stunden in der Wand und im Seil und bin dann bestimmte Routen bis zu zwölf Mal geklettert, damit die verschiedenen Kameraeinstellungen gedreht werden konnten.
Es ist schon etwas anderes, ob man als Hobby sportlich klettert, oder ob man auf ein "Go" wartet, geschminkt im Seil hängt und versucht, nicht zu schwitzen, obwohl es gerade relativ schweißtreibend ist. Ich war auch knapp vor der Sehnenscheidenentzündung, weil der Körper diese extreme Belastung nicht gewöhnt ist.
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„[...] wenn etwas Spaß macht, dann kann man auch über seine Grenzen hinausgehen.“
Martin Gruber
ZDF: Mussten Sie mit Ihrer Ernährung auf die körperliche Anstrengung Rücksicht nehmen?
Gruber: Ich habe meine Ernährung schon den Anforderungen angepasst. Also abends eiweißreich und tagsüber kohlenhydratreich gegessen, so konnte ich die Power, die ich brauchte, auch abrufen. Das war nicht ganz einfach, denn wenn es ums Essen geht, bin ich ein Genießer, da ist mein Programm: viel, gut und mächtig ...
ZDF: Sie haben gerade lange und sehr erfolgreich in einer täglichen Serie gespielt. Werden Sie auf der Straße erkannt?
Gruber: Tja, gerade vorhin war ich im Baumarkt und habe eine neue Duschstange gekauft. An der Kasse meinte ein älterer Herr "Na, Felix, ist die Dusche kaputt?" Das passiert mir jeden Tag, ob beim Bäcker, beim Metzger oder im Supermarkt. Diese Serie hat einen durchschlagenden Wiedererkennungswert. Teilweise bekomme ich auch E-Mails aus Italien - das ist schon sehr toll und schön und fantastisch. Wenn man dann aber von der Bankberaterin als "Felix" angesprochen und nach einem Autogramm gefragt wird, ist das weniger schön.
Das Interview führte Tina Nollau
Quelle: ZDF
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